Platz-Ratgeber/Lob Shot spielen: Wann und wie du ihn einsetzt
Kurzes Spiel · lob-shot · flop · technik

Lob Shot spielen: Wann und wie du ihn einsetzt

GolfFokus··0 Aufrufe
Lob Shot spielen: Wann und wie du ihn einsetzt

Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.

Wenn du dein Golfspiel auf das nächste Level bringen willst, kommst du am Thema Lob Shot spielen nicht vorbei. Es ist einer jener Bereiche, die viele Golfer unterschätzen, dabei steckt hier enormes Potenzial für niedrigere Scores. Die folgenden Abschnitte liefern dir konkrete Techniken, Übungen und Zusammenhänge, die du direkt auf dem Platz umsetzen kannst.

Grundlagen und Ausgangslage

Bevor du an Details arbeitest, muss die Basis stimmen. Beim Thema Lob Shot spielen bedeutet das zunächst: Verstehe, was genau passiert und warum. Viele Golfer arbeiten an Symptomen, statt die Ursache zu finden. Das führt zu Frustration und inkonsistenten Ergebnissen.

Die wichtigste Grundlage ist eine neutrale Griffhaltung. Dein linker Handrücken (als Rechtshänder) zeigt zum Ziel, der Griff liegt in den Fingern, nicht in der Handfläche. Überprüfe das vor jeder Übungseinheit. Ein verdrehter Griff kompensiert sich durch den gesamten Schwung und macht alle weiteren Korrekturen wirkungslos.

Lob shot spielen wann und wie du ihn einsetzt: practical guide overview
Lob shot spielen wann und wie du ihn einsetzt

Das Setup bestimmt 80 % des Schwungergebnisses. Schulterbreiter Stand, leicht gebeugte Knie, Gewicht auf den Fußballen, das klingt simpel, aber schon kleine Abweichungen verändern die Schwungbahn spürbar. Lass deinen Stand regelmäßig von einem Spielpartner oder per Video kontrollieren.

Setup-Check in 10 Sekunden: Stell dich in Ansprechposition und lass die Arme locker hängen. Hängen sie direkt über deinen Zehenspitzen? Dann stehst du zu nah am Ball. Die Hände sollten eine Handbreit Abstand zum Körper haben.

Technik im Detail

📏

REDTIGER Golf Laser Entfernungsmesser

7x Vergrößerung, Slope-Modus, Flag-Lock auf 0,5m genau — nimmt die im Artikel beschriebene Schätzarbeit ab.

Bei Amazon ansehen →

* Affiliate-Link

Lob shot spielen wann und wie du ihn einsetzt: step-by-step visual example
Lob shot spielen wann und wie du ihn einsetzt

Der Schwung beginnt mit dem Takeaway. Führe den Schläger in den ersten 30 cm gerade nach hinten, ohne die Handgelenke zu knicken. Stelle dir vor, du schiebst den Schlägerkopf mit der rechten Hand vom Ball weg. Diese Bewegung setzt die korrekte Schwungebene fest.

Am höchsten Punkt des Rückschwungs sollte die linke Schulter unter dem Kinn sein. Das Gewicht hat sich auf den rechten Fuß verlagert, etwa 70-80 % auf der rechten Seite. Die Hüfte ist dabei nur halb so weit gedreht wie die Schultern. Diese Differenz erzeugt die Spannung, die im Abschwung Geschwindigkeit freisetzt.

Der Abschwung startet von unten: erst die Hüfte, dann der Oberkörper, zuletzt die Arme und Hände. Viele Amateure starten den Abschwung mit den Armen, das kostet Weite und Präzision. Du trittst mit dem linken Fuß auf eine Zigarette. Diese kleine Gewichtsverlagerung leitet die Hüftrotation ein.

Im Treffmoment sind die Hände vor dem Schlägerkopf, das sogenannte Forward Lean. Bei einem Eisen 7 beträgt dieser Vorsprung etwa 3-4 Grad Schaftneigung nach vorn. Das komprimiert den Ball, erzeugt Backspin und führt zu einem sauberen, knackigen Kontakt.

Lob shot spielen wann und wie du ihn einsetzt: helpful reference illustration
Lob shot spielen wann und wie du ihn einsetzt

Typische Fehler und Korrekturen

Fehler Ursache Korrektur
Slice (Ball dreht nach rechts) Offene Schlagfläche, Außen-Innen-Schwungbahn Griff verstärken, Schwungbahn von innen üben
Hook (Ball dreht nach links) Geschlossene Schlagfläche, übermäßige Handaktion Griff abschwächen, Körperrotation betonen
Topping (Ball wird oben getroffen) Aufstehen im Abschwung, Gewicht bleibt hinten Kopf unten halten, Gewichtsverlagerung üben
Fetten (Boden vor dem Ball) Tiefster Punkt zu weit hinter dem Ball Ball-Position prüfen, Forward Lean üben

Übungen für die Driving Range

Die 9-zu-3-Übung ist Gold wert: Schwinge den Schläger nur von der 9-Uhr- bis zur 3-Uhr-Position (Hüfthöhe zu Hüfthöhe). Konzentriere dich auf sauberen Kontakt und eine quadratische Schlagfläche. 50 Bälle in diesem Modus verbessern dein Ballgefühl mehr als 200 volle Schwünge.

Übe mit Alignment Sticks. Lege einen parallel zu deiner Ziellinie, einen entlang deiner Fußlinie. Das gibt dir sofortiges visuelles Feedback über dein Setup. Viele Golfer stehen unbewusst 10-15 Grad nach rechts versetzt, das kompensiert sich in einem Over-the-Top-Schwung.

Für das Kurzspiel: Übe Chip-Shots mit nur einem Schläger (z. B. einem Pitching Wedge) auf verschiedene Distanzen. Variiere die Schwunglänge, nicht den Schläger. Das schärft dein Gefühl für Distanzkontrolle enorm.

Tipp für die Range: Spiele auf der Range nie einfach einen Ball nach dem anderen. Durchlaufe vor jedem Schlag deine komplette Pre-Shot-Routine: Ziel wählen, hinter den Ball stellen, Setup einnehmen, schlagen. Das trainiert den Automatismus, den du auf dem Platz brauchst.

Auf dem Platz umsetzen

Der Transfer von der Range auf den Platz ist die größte Herausforderung. Auf der Range gibt es keine Konsequenzen, auf dem Platz schon. Deshalb ist Kursmanagement genauso wichtig wie Technik.

Spiele smart: Wenn du zwischen zwei Schlägern schwankst, nimm den längeren und schwinge entspannt. Ein kontrollierter 80-%-Schwung mit einem Eisen 6 ist präziser als ein voller Schwung mit dem Eisen 7. Weniger Kraftaufwand bedeutet mehr Kontrolle über die Schlagfläche.

Analysiere deine Runden im Nachhinein. Notiere für jede Bahn: Fairway getroffen (ja/nein), Grün in Regulation (ja/nein), Anzahl Putts. Nach 5-10 Runden siehst du klar, wo dein Spiel die größten Lücken hat. Dort setzt du im Training an.

Ausrüstung und Material

Die richtige Ausrüstung macht einen messbaren Unterschied, aber nicht in der Art, wie die Werbung suggeriert. Ein Custom-Fitting für Schläger bringt dem durchschnittlichen Golfer 3-7 Schläge pro Runde. Dabei geht es nicht um teure Marken, sondern um die korrekte Schaftlänge, den richtigen Flex (Steifigkeit) und den passenden Lie-Winkel.

Beim Schaft unterscheidet man grob: Regular für Schwunggeschwindigkeiten unter 140 km/h, Stiff für 140-160 km/h, Extra Stiff darüber. Ein zu weicher Schaft führt zu Hooks, ein zu steifer zu Slices. Lass dich auf einem Launch Monitor vermessen, viele Pro Shops bieten das kostenlos an.

Bälle machen ebenfalls einen Unterschied. Hochkomprimierte Tour-Bälle (Kompression 90+) brauchen Schwunggeschwindigkeit, um zu funktionieren. Spielst du unter 150 km/h Schlägerkopfgeschwindigkeit, profitierst du von einem weicheren Ball mit Kompression 60-80. Der fliegt genauso weit und bietet mehr Spin ums Grün.

Dein Handschuh sollte eng sitzen wie eine zweite Haut. Zu locker bedeutet weniger Kontrolle und Blasen. Zu eng schränkt die Durchblutung ein. Wechsle den Handschuh regelmäßig, ein abgenutzter Handschuh verliert seinen Grip und verändert unbewusst deinen Griffdruck.

Lob Shot: Situationsanalyse und technische Entscheidungsmatrix

Der Lob Shot mit einem 60°-Wedge produziert bei Vollschwung eine Ballflughöhe von 20–25 Metern und landet mit einem Spin von 7.000–9.000 rpm auf dem Grün, verglichen mit 3.500–5.000 rpm beim Standard-Pitch. Diese Zahlen erklären, warum der Lob in bestimmten Situationen das einzig sinnvolle Werkzeug ist, in anderen aber das riskanteste. Auf der PGA Tour beträgt die Ausführungsquote von Lob Shots über 30 Meter bei Profis rund 82 % Greentreffer, bei Amateuren mit HC 20–28 sinkt dieser Wert auf unter 35 %.

💡 Gut zu wissen: Der entscheidende Setup-Parameter für einen gelungenen Lob Shot ist die Clubface-Öffnung, nicht der Schwung selbst. Öffne das Schlägerlatt um 15–20°, bevor du den Griff nimmst. Dann dreht du deinen Stand 10–15° nach links (open stance). Das Ergebnis: Der Schläger gleitet mit hohem Bounce unter den Ball, der Spin entsteht durch die Reibung zwischen Grooves und Ballcover. Bei nassem Gras reduziert sich der Spin um 20–30 %, kalkuliere das in deine Landepunktauswahl ein.

Die Grundregel für die Situationsauswahl lautet: Wähle den Lob Shot, wenn die Kombination aus Hindernis (Bunker, Rough, hoher Rand) plus begrenztem Grünfläche plus Flaggennähe keine andere Variante zulässt. Sobald eine der drei Bedingungen fehlt, ist Bump-and-Run oder ein Standard-Pitch die prozentsicherer Wahl, auch für Spieler unter HC 18.

Lob Shot vs. Standard-Pitch: Situationsvergleich

SituationLob ShotStandard-PitchBump-and-RunEmpfehlung HC 20+
Flagge nah am Rand, Bunker davor✔ Einzige Option✘ Zu viel Roll✘ UnmöglichLob Shot
Flagge zentral, viel Grün✘ Overkill✔ Ideal✔ MöglichStandard-Pitch
Hohes Rough, 10 m zum Grün✔ Gut geeignet✔ Geeignet✘ Rough stoppt FlugbahnStandard-Pitch
Hartes Grün, trockene Bedingungen⚠ Riskant (wenig Spin)✔ Mit Landepuffer✔ Sicherste WahlBump-and-Run
Nasses Gras, kurze Distanz⚠ 30 % weniger Spin✔ Kontrollierbar✔ ZuverlässigBump-and-Run

Die Ausführung entscheidet letztlich über Erfolg oder Misserfolg. Der häufigste technische Fehler ist das Abbremsen im Durchschwung, der Schläger verlangsamt kurz vor dem Ball, der Kontakt wird inkonsistent. Beim Lob Shot muss der Schläger beschleunigen durch den Kontaktpunkt. Das klingt kontraintuitiv, da der Ball kurz fliegen soll, aber die Energie wird in Höhe und Spin umgewandelt, nicht in Distanz. Vollschwung, vollständige Rotation, offene Clubface, das ist die Formel.

⚠️ Häufiger Fehler: Tight Lie (Ball auf hartem, kahlem Boden) und Lob Shot ist eine gefährliche Kombination für Handicap-Spieler über HC 15. Das Schlägerblatt hat bei geöffneter Clubface kaum Spielraum, 3 mm zu tief und du schaufelst, 3 mm zu flach und du skimmst den Ball über das Grün. Auf Tight Lies ist ein 52°-Wedge mit 9-Uhr-Schwung die deutlich sicherere Wahl mit ähnlichem Ergebnis.

Für die Trainingsroutine empfiehlt sich das systematische Üben unter simulierten Platzbedingungen. Steck ein Handtuch 40 cm vor den Ball als Hindernis-Markierung, der Schläger muss steil genug durch, ohne das Handtuch zu berühren. Das zwingt dich zur korrekten Einstiegstiefe und verhindert Flat-Swings, die auf der Runde zu Fat Shots führen. Titleist Vokey SM10 (58° F-Grind oder S-Grind) und Cleveland RTX 6 (60° Mid-Grind) gelten aktuell als die konsistentesten Wedges für Lob Shots auf unterschiedlichen Liegebedingungen.

Checkliste: Lob Shot vor dem Schlag

  • ☐ Liegebedingung checken: Tight Lie? → lieber 52° Pitch wählen
  • ☐ Grünbeschaffenheit: Hart und trocken? → Lob Shot riskant (wenig Spin-Wirkung)
  • ☐ Clubface öffnen (15–20°) bevor du den Griff nimmst
  • ☐ Open Stance: 10–15° nach links drehen, Gewicht leicht auf linker Seite
  • ☐ Landepunkt wählen: 1–2 m vor der Flagge (Ball stoppt nach 1–2 Drehen)
  • ☐ Schwung: Voller Rückschwung, durch den Ball beschleunigen, nicht abbremsen

Empfehlung: Wann du den Lob Shot spielst: und wann nicht

Starte mit drei fokussierten Übungseinheiten pro Woche: eine Session für den vollen Schwung mit dem Fokus auf Setup und Takeaway, eine für das Kurzspiel (Chips und Pitches unter 50 Meter), und eine Runde auf dem Platz mit bewusstem Kursmanagement. Führe nach jeder Runde dein Statistik-Protokoll. Nach vier Wochen hast du genug Daten, um gezielt an deiner größten Schwäche zu arbeiten, und genau dort liegen die schnellsten Score-Verbesserungen.

Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 31. August 2026.

Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.

Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@golf-fokus.de

Artikel teilen

Golf-Tipps direkt ins Postfach

Schwung-Analysen, Equipment-Tests und Platz-Strategien -- kein Spam, jederzeit abbestellbar.

🎁 Gratis dazu: Score-Verbesserungs-Guide (PDF)

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.