Putter-Griff: Welcher Griff-Stil zu dir passt
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Der Putter-Griff bestimmt 40% deiner Putt-Konsistenz auf kurzen Distanzen — Trackman-Studien zeigen, dass Hobby-Golfer mit Mid-Hand-Drücken zwischen 30-40 von 100 (Skala) deutlich gleichmäßigere Roll-Linien produzieren als bei klassischem 60+-Druck.
Klassischer Reverse-Overlap: Der Stabilitäts-Anker für die meisten Spieler
Reverse-Overlap ist seit Jack Nicklaus Standard auf Mid-Handicap-Niveau und bedeutet, dass der linke Zeigefinger über die Finger der rechten Hand gleitet. Beide Daumen liegen flach auf dem Griff, was die typischen 1.5°-Griffe von Scotty Cameron oder Odyssey perfekt aufnimmt. Mit 9 von 10 Tour-Pros nutzt diese Variante eine klare Mehrheit auf den Greens.
Der Vorteil liegt in der vereinten Hand-Bewegung: Die Schultern führen den Schlag, die Handgelenke bleiben passiv. Für HCP 18-28 bedeutet das weniger Stoss-Putts und mehr Roll. Wer von einem Cobra King oder PING Sigma 2 startet, findet sofort Stabilität, ohne sich umstellen zu müssen.

Drei Schwächen treten auf: bei Putts unter 1.5 Metern reagiert die dominante Hand zu stark, der Daumen-Druck schwankt zwischen 30 und 70 auf der Skala, und Linksdrall durch leichtes Schlagfläche-Schliessen ist ein häufiges Symptom. Eine Drei-Tage-Putt-Routine mit 100 Wiederholungen reduziert das spürbar.
Cross-Handed (Left-Hand-Low): Der Schulter-Stabilisator
Bei Cross-Handed führt die schwächere Hand (für Rechtshänder die linke) unten am Griff. Jordan Spieth und Sergio Garcia haben damit Major-Titel gewonnen. Die Schultern bleiben automatisch parallel zur Ziellinie, weil die führende Hand keinen Schubimpuls mehr setzen kann.
Für Spieler mit Yips oder Push-Tendenz auf 2-Meter-Putts ist diese Variante eine spürbare Erleichterung. Die Spin-Rate beim Putt liegt mit Cross-Handed im Schnitt 200 rpm niedriger als beim Reverse-Overlap — das bedeutet ruhigeren Roll und weniger Bounce auf den ersten Zentimetern. Ein Odyssey White Hot OG mit 70g-Kopf passt ideal dazu.

Drei Wochen Eingewöhnung sind realistisch. Die ersten 50 Putts fühlen sich schwerfällig an, weil die Hand-Eye-Koordination neu verkabelt wird. Wer dranbleibt, gewinnt bei HCP 15-25 zwischen 1.5 und 3 Putts pro Runde — das sind 12-24 Schläge weniger pro Saison auf 8 Runden.
Claw-Griff: Die Pendel-Lösung für nervöse Hände
Der Claw-Griff hält den unteren Arm (rechts für Rechtshänder) wie eine Klaue um den Griff. Phil Mickelson, Justin Rose und Tommy Fleetwood spielen ihn auf Tour. Der Daumen drückt seitlich, die anderen Finger umfassen den Griff von unten — dadurch ist die rechte Handgelenk-Rotation komplett blockiert.
Für Hobby-Golfer mit Push- oder Pull-Mustern auf kurzen Putts wirkt der Claw wie ein mechanisches Korsett. Trackman misst bei Claw-Griffen durchschnittlich 1.2° geschlossenere Schlagfläche bei Impact — was bei dünnem 4mm-Inserts wie im Scotty Cameron Phantom oder TaylorMade Spider Tour zu deutlich konstanterem Roll führt.
Schwächen zeigt der Claw bei Lag-Putts ab 8 Metern: Die Hand kann nicht beschleunigen, weshalb 70% der Claw-Spieler Distanzen über 10 Meter eher kurz lassen. Pre-Round-Drill: 20 Putts aus 9 Metern auf einen 1-Meter-Kreis, um das Gefühl für die Kraftdosierung zu kalibrieren.

| Griff-Stil | Stärken | Schwächen | HCP-Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Reverse-Overlap | Distanz-Kontrolle, neutraler Roll | Dominanz der starken Hand | 18-28 |
| Cross-Handed | Schulter-Parallelität, weniger Yips | 3 Wochen Eingewöhnung | 9-20 |
| Claw | Kurze Putts blockiert | Lag-Putts schwächer | 10-24 |
| Saw (Pencil) | Reduziert Druck-Schwankung | Ungewohntes Gefühl | 12-22 |
Saw-Griff und Arm-Lock: Die Spezial-Varianten
Der Saw-Griff ist eine Variante des Claw, bei der die rechte Hand wie eine kleine Säge auf dem Griff sitzt. Bryson DeChambeau hat ihn auf den Greens populär gemacht. Der Druck konzentriert sich auf den Daumen-Zeigefinger-Bereich — die Skala bleibt konstant bei 25-35.
Arm-Lock-Putter wie der Odyssey 2-Ball Ten oder der PING Tyne 4 nutzen einen verlängerten Schaft von 41-44 Zoll, der gegen den Unterarm gepresst wird. Das eliminiert die Handgelenk-Rotation komplett und ist seit der USGA-Erlaubnis 2017 auch für Amateure legal. Will Zalatoris und Adam Scott zählen zu den Tour-Spielern, die damit gewinnen.
Wichtig: Arm-Lock-Putter haben einen Loft von 5-7° statt der üblichen 3-3.5° — sonst springt der Ball beim Impact. Wer auf Arm-Lock wechselt, sollte das auf einer Driving-Range mit Putting-Green testen und das Set-Up vom Fitter überprüfen lassen.
So findest du den passenden Griff: Vier-Wochen-Test-Plan
- Woche 1: Reverse-Overlap als Baseline — 100 Putts aus 1.5m, 3m und 6m. Erfolgsrate notieren.
- Woche 2: Cross-Handed — gleiche Distanzen, gleiche Wiederholungen. Vergleichswert dokumentieren.
- Woche 3: Claw-Griff — Fokus auf 1-3m-Distanz, da hier der Vorteil am größten.
- Woche 4: Saw oder Arm-Lock testen, je nach Yips-Tendenz oder Distanzproblem.
- Auswertung: Variante mit höchster Erfolgsrate auf 1.5m wird Primär-Griff, Cross-Handed bleibt Backup für nervöse Tage.

Das Trainings-Volumen liegt bei rund 400 Putts pro Woche — realistisch sind 30-45 Minuten Putting-Green an drei Tagen plus 10 Minuten Teppich-Training daheim. Wer das durchzieht, identifiziert seinen optimalen Griff präzise statt nach Bauchgefühl.
Ein Putter-Fitter kostet €80-150 für eine 90-Minuten-Session inklusive SAM-PuttLab-Analyse oder Quintic-Ball-Roll-Messung. Das ist die effizienteste Investition, wenn dein 3-Putt-Schnitt über 2 pro Runde liegt — der Strokes-Gewinn liegt erfahrungsgemäß bei 2-4 pro 18 Loch.
Putter-Modelle nach Griff-Typ
Reverse-Overlap-Spieler profitieren von Blade-Puttern wie dem Scotty Cameron Newport 2 (€499-549), dem Bettinardi BB Series (€379-449) oder dem Mizuno M.Craft Type II (€339-399). Diese Modelle haben kleinere Köpfe um 340g und belohnen präzises Treffen mit feinem Feedback.
Cross-Handed und Claw-Spieler kommen mit Mallet-Puttern wie dem Odyssey Ai-One Eleven (€279-349), dem TaylorMade Spider Tour Z (€389-429) oder dem PING Tyne 4 (€269-319) besser zurecht. Die höhere MOI von 5500-6500 g·cm² verzeiht leichte Treffpunkt-Abweichungen — bei nicht-mittigen Putts kostet das nur 0.5m Distanz statt 2m.
Für Arm-Lock-Setups eignen sich speziell konstruierte Modelle wie der Odyssey 2-Ball Ten Tour Lined Arm-Lock (€349-399) oder der Cobra King 3D-Printed Arm-Lock (€379-429). Schaftlänge: 41-44 Zoll, Loft mindestens 5°, Lie-Winkel angepasst an deine Körpergröße.
Was du mitnimmst: Griff-Wahl ist datenbasiert
Es gibt keinen universell besten Putter-Griff — aber für jeden Spielertyp eine passende Variante. Reverse-Overlap bleibt der robusteste Allrounder für HCP 18-28, Cross-Handed schlägt zurück bei Yips-Tendenz, Claw fixiert die kurzen Putts, Arm-Lock eliminiert das Handgelenk komplett. Wer den Vier-Wochen-Test absolviert, weiß nach 400 Putts pro Variante, welcher Stil zur eigenen Mechanik passt. Der häufigste Anfänger-Fehler liegt im Wechsel nach drei schlechten Putts — gib jeder Variante mindestens 200 Wiederholungen Zeit, bevor du sie verwirfst.
Drei konkrete nächste Schritte: Druck-Skala auf 30-40 reduzieren, Trackman- oder SAM-PuttLab-Analyse beim Fitter buchen und einen Putter testen, der zur Griff-Variante passt — Blade für Reverse-Overlap, Mallet für Cross-Handed/Claw, Arm-Lock-Modell für Yips-resistente Lösungen. Der Strokes-Gewinn liegt bei seriösem Training zwischen 1.5 und 4 pro Runde, was bei einem HCP 20 etwa 10-15% Verbesserung des Putt-Schnitts ausmacht. Wer von 36 auf 32 Putts pro Runde kommt, senkt seinen Score-Schnitt um vier Schläge — und das ohne längeres Driving oder besseres Eisenspiel.
Eine letzte praktische Empfehlung: Filme dich beim Putten von oben und von der Seite, am besten mit einem iPhone-Stativ und der Hudl-Technique-App (kostenlos). Vergleiche deine Mechanik mit Tour-Profis derselben Griff-Variante — Spieth für Cross-Handed, Mickelson für Claw, Scott für Arm-Lock. Das visuelle Feedback beschleunigt den Lernprozess um Wochen.
Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 25. Juli 2026.
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