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Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht

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Rund 60 Prozent aller Schläge einer durchschnittlichen 90er-Runde fallen innerhalb von 100 Metern zum Loch, und davon ein großer Teil rund ums Grün. Wer hier drei verlässliche Chip-Schläge beherrscht, spart pro Runde realistisch vier bis sechs Schläge. Es braucht keine zwanzig Varianten, sondern drei sauber eingeübte Schläge für unterschiedliche Distanzen und Lagen. Der Trick liegt nicht in komplizierter Technik, sondern in der bewussten Schlägerwahl.

Warum drei Schläge ausreichen

Viele Hobby-Golfer versuchen, jede Situation mit dem Sand-Wedge zu lösen und einen perfekten Lob-Shot zu spielen. Das ist der unsicherste Weg, weil ein hoher, weicher Schlag wenig Fehlertoleranz hat. Profis dagegen wählen den Schläger nach der Faustregel, so wenig Flug und so viel Roll wie möglich zu spielen.

Der Grund ist simpel: Ein Ball, der früh auf dem Boden ist und rollt, verhält sich vorhersehbarer als ein hoher Ball, der nach der Landung stoppen soll. Roll ist berechenbar, Spin und Landung sind es weniger. Daher gilt: Den höchsten Schlag nur dann wählen, wenn ein Hindernis wie ein Bunker es zwingend verlangt.

Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht — practical guide overview
Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht

Die drei Basis-Schläge decken zusammen über 90 Prozent aller Situationen rund ums Grün ab:

  1. Chip-and-Run: flacher Schlag mit einem mittleren Eisen, viel Roll, wenig Flug, für offene Situationen ohne Hindernis.
  2. Standard-Pitch: mittlere Höhe mit dem Pitching- oder Gap-Wedge, für Distanzen von 10 bis 30 Metern mit weicher Landung.
  3. Hoher Lob: steiler Schlag mit dem Sand- oder Lob-Wedge, nur über Hindernisse wie Bunker auf eine kurze Fahne.

Wer diese drei Schläge sicher beherrscht, muss am Grün nichts mehr improvisieren und reduziert die Zahl der Fehlschläge deutlich.

Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht — step-by-step visual example
Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht
📊 Trackman-Werte: Ein Chip-and-Run mit dem 8er-Eisen (Loft 35-37°) fliegt rund 30 Prozent der Distanz und rollt 70 Prozent. Ein Pitch mit dem Sand-Wedge (Loft 54-56°) kehrt das Verhältnis um, etwa 70 Prozent Flug, 30 Prozent Roll.

Schlag 1: Der Chip-and-Run mit dem Eisen

Der Chip-and-Run ist der zuverlässigste Schlag, wenn zwischen Ball und Grün kein Hindernis liegt und genug Grünfläche zum Ausrollen vorhanden ist. Gespielt wird er mit einem mittleren Eisen, 7er, 8er oder 9er, je nach gewünschter Rolldistanz. Der Ball fliegt nur kurz und rollt dann wie ein langer Putt zum Loch.

Die Technik ist bewusst einfach: Stand schmal, Ball etwas hinter der Mitte, Gewicht zu 60 bis 70 Prozent auf dem vorderen Bein, Hände leicht vor dem Ball. Die Bewegung kommt aus den Schultern wie bei einem Putt, die Handgelenke bleiben ruhig. Es gibt kein Durchbrechen der Handgelenke und kein aktives Hochheben des Balls.

Die Schlägerwahl steuert die Distanz: ein 9er-Eisen für kürzere Rollstrecken, ein 7er für lange. Das Gefühl bleibt bei allen gleich, nur der Schläger wechselt. Diese Konstanz macht den Schlag so verlässlich, eine einzige Bewegung deckt einen großen Distanzbereich ab.

⛳ Pro-Tipp: Lande den Ball beim Chip-and-Run immer rund einen Meter auf dem Grün, nie davor. Der Vorgrünbereich rollt unberechenbar. Such dir einen konkreten Landepunkt auf dem Grün aus und visualisiere ihn, das macht die Distanzkontrolle deutlich präziser.

Schlag 2: Der Standard-Pitch mit dem Pitching-Wedge

Der Pitch ist die Allzweck-Lösung für mittlere Distanzen von etwa 10 bis 30 Metern, wenn etwas mehr Flug nötig ist als beim Chip-and-Run. Gespielt wird er meist mit dem Pitching-Wedge (Loft 44-48°) oder dem Gap-Wedge (Loft 50-52°). Der Ball fliegt höher, landet weicher und rollt nur noch wenig aus.

Im Setup steht der Ball mittig, das Gewicht ist leicht auf dem vorderen Bein, der Stand etwas breiter als beim Chip. Anders als beim Chip-and-Run gibt es hier eine kontrollierte Handgelenksbewegung im Rückschwung. Entscheidend ist die Länge des Schwungs: Sie steuert die Distanz, nicht die Schlaggeschwindigkeit.

Eine bewährte Methode ist das Uhrzeiger-System: Der vordere Arm zeigt im Rückschwung auf 8, 9 oder 10 Uhr, je nach benötigter Distanz. Wer diese drei Schwunglängen mit dem Pitching-Wedge eicht, hat ein präzises Distanz-Raster. Hersteller wie Vokey, Cleveland und Callaway bieten Wedges mit klar abgestuften Loft-Werten genau für dieses System.

Schlag 3: Der hohe Lob über das Hindernis

Der Lob-Shot ist der schwierigste der drei Schläge und sollte nur eingesetzt werden, wenn es nicht anders geht, etwa über einen Bunker auf eine kurz gesteckte Fahne. Gespielt wird er mit dem Sand-Wedge (Loft 54-58°) oder einem Lob-Wedge mit bis zu 60°. Der Ball steigt steil auf und stoppt schnell nach der Landung.

Im Setup ist die Schlagfläche leicht geöffnet, der Ball liegt etwas vorne im Stand, das Gewicht ist ausgeglichen verteilt. Der Schwung ist länger und beschleunigt aktiv durch den Ball, ein Abbremsen ist hier der klassische Fehler und führt zum Topschlag. Der Bounce des Wedge (8-12°) gleitet dabei durch das Gras, statt sich einzugraben.

Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht — helpful reference illustration
Chippen rund ums Gruen: Drei Schlaege die jeder braucht

Der Lob braucht am meisten Übung und liefert die geringste Fehlertoleranz. Deshalb gilt: Im Zweifel den sichereren Pitch oder Chip wählen und in Kauf nehmen, dass der Ball etwas weiter vom Loch landet. Ein Lob lohnt sich nur, wenn die Situation wirklich keine flachere Option zulässt.

⚠️ Häufiger Fehler: Den Ball mit den Händen aktiv hochheben zu wollen, führt fast immer zum getoppten Schlag über das Grün oder zum fetten Schlag davor. Der Loft des Schlägers erzeugt die Höhe von allein, die Hände müssen den Ball nur sauber treffen.

Welcher Schlag wann: Die Entscheidungshilfe

Die richtige Schlagwahl rund ums Grün folgt einer klaren Logik. Zuerst prüfst du, ob ein Hindernis im Weg liegt. Liegt keines im Weg, wählst du den flachsten möglichen Schlag. Erst wenn Bunker oder hohes Gras zwingen, geht es nach oben in der Loft-Skala.

SituationSchlagSchläger / Loft
Viel Grün, kein HindernisChip-and-Run7-9er-Eisen, 35-41°
Mittlere Distanz, weiche LandungStandard-PitchPitching-/Gap-Wedge, 44-52°
Bunker oder hohes Gras im WegHoher LobSand-/Lob-Wedge, 54-60°

Beim Equipment lohnt sich ein durchdachtes Wedge-Set. Ein typisches Setup aus Pitching-Wedge, Gap-Wedge und Sand-Wedge mit 4-Grad-Abständen kostet je nach Marke und Modell rund €100 bis €150 pro Schläger. Hersteller wie Cleveland, Vokey und Mizuno bieten Modelle mit unterschiedlichen Bounce-Optionen für verschiedene Bodenbedingungen.

Training: Wie du die drei Schläge eichst

Die drei Schläge funktionieren nur, wenn ihre Distanzen bekannt sind. Im Training stellst du dafür Markierungen in unterschiedlichen Abständen auf und schlägst jeden Schläger mehrfach an. So entsteht ein verlässliches Distanz-Raster, das auf dem Platz Sicherheit gibt, etwa wie weit ein 9er-Chip oder ein 9-Uhr-Pitch tatsächlich rollt.

Besonders wertvoll ist Wettkampf-Training: Lege dir feste Aufgaben fest, etwa von zehn Chips mindestens sieben innerhalb von zwei Metern zum Loch. Diese Druck-Simulation übersetzt die Range-Sicherheit auf den Platz. Reine Wiederholung ohne Ziel verbessert das Gefühl deutlich langsamer.

Hilfreich ist außerdem, das kurze Spiel zeitlich klar zu priorisieren. Wer pro Trainingseinheit mindestens ein Drittel der Zeit für Chips und Pitches reserviert, verbessert das Handicap schneller als mit reinem Driver-Training. Statistisch fallen dort die meisten vermeidbaren Schläge an.

Praktisch heißt das: Drei Schläge konsequent üben

Du brauchst rund ums Grün keine zwanzig Varianten, sondern drei verlässliche Schläge, den Chip-and-Run mit dem Eisen, den Standard-Pitch mit dem Pitching-Wedge und den Lob mit dem Sand-Wedge. Wähle immer den flachsten Schlag, den die Situation zulässt, weil Roll berechenbarer ist als Flug.

Reserviere im Training feste Zeit für das kurze Spiel, denn hier liegt der größte Hebel für ein niedrigeres Handicap. Eiche deine drei Schläge auf bekannte Distanzen und such dir immer einen konkreten Landepunkt auf dem Grün. Wer diese drei Schläge sauber beherrscht, verwandelt drei Putts regelmäßig in zwei, und genau das senkt das Score spürbar.

Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 23. Oktober 2026.

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