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Fat Shots vermeiden: 5 Drills gegen zu dicke Treffer

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Fat Shots entstehen zu 80% durch eine zu frühe Tiefpunktverlagerung im Abschwung, der Schläger trifft den Boden zwei bis vier Zentimeter vor dem Ball statt direkt darunter. Trackman-Studien zeigen, dass schon zwei Zentimeter Differenz im Attack-Angle zwischen -4° und 0° beim 7er-Eisen zwischen 15 und 25 Meter Distanzverlust kosten.

Warum Fat Shots passieren: die wahre Ursache

Der häufigste Trugschluss: Spieler glauben, sie würden den Ball zu wenig anheben. In Wirklichkeit liegt das Problem fast immer in der Gewichtsverlagerung im Abschwung. Statt 70-80% des Gewichts auf dem vorderen Fuß bei Impact zu haben, bleibt die Hüfte hängen, der Tiefpunkt des Schwungs wandert nach hinten.

Sekundäre Ursachen: Die rechte Schulter kippt zu früh nach unten („Early Extension"), die Handgelenke geben den Cock zu früh auf („Casting"), oder der Spieler bremst den Schwung kurz vor Impact aus Angst vor dem Schlag ab. Bei Hobby-Golfern mit Handicap 18-28 sind 60% aller Fat Shots auf falsche Gewichtsverlagerung zurückführbar.

Fat shots vermeiden 5 drills gegen zu dicke treffer: practical guide overview
Fat shots vermeiden 5 drills gegen zu dicke treffer

Ein guter PGA-Trainer würde dir innerhalb von zehn Bällen sagen, welche der drei Hauptursachen bei dir greift. Wer ohne Trainer trainiert, kann mit Smartphone-Aufnahmen von der Seite (Down-the-Line plus Frontal) das Problem meist selbst eingrenzen. Tools wie Hudl Technique oder die Garmin Golf App bieten kostenlose Vergleichsfunktionen.

Drill 1: Die Münze hinterm Ball

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Fat shots vermeiden 5 drills gegen zu dicke treffer: step-by-step visual example
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Das einfachste und effektivste Drill gegen Fat Shots: Lege eine 1-Euro-Münze etwa fünf Zentimeter hinter den Ball auf die Matte oder das Tee-Mark. Ziel ist, dass die Münze nach dem Schlag unbewegt liegt, während der Ball voll getroffen wird. Wer die Münze regelmäßig trifft, hat einen klaren Pre-Impact-Bodenkontakt.

Trainiere mit dem 8er- oder 9er-Eisen (Loft 36-42°), nicht direkt mit dem Driver. Beginne mit halben Schwüngen und steigere auf volle Schwünge, sobald zehn Bälle in Folge sauber kommen. 15-20 Wiederholungen pro Session reichen, Quantität bringt hier nichts, Konsistenz schon.

Sobald die Münze bei drei von fünf Schlägen unberührt bleibt, hast du den Tiefpunkt erfolgreich vor den Ball verlagert. Trackman-Werte mit Garmin Approach R10 oder FlightScope Mevo+ zeigen dabei eine deutliche Verbesserung beim Attack-Angle von -2° in Richtung -4° bis -5° beim Eisen.

⛳ Pro-Tipp: Filme dich von der Seite (Down-the-Line) mit dem Smartphone in 240 fps Slow-Motion. So siehst du genau, ob der Schläger vor oder hinter dem Ball den Boden berührt. iPhones ab Modell 8 und Samsung Galaxy ab S10 schaffen diese Frame-Rate.

Drill 2: Towel Drill für die Gewichtsverlagerung

Lege ein gerolltes Handtuch quer in den Übungsbereich, etwa 30 Zentimeter hinter den Ball. Ziel: Beim Abschwung darfst du das Handtuch mit dem Schläger nicht treffen. Das zwingt dich, den Schläger steiler nach unten in den Ball zu führen, statt flach von hinten heranzuschwingen.

Das Drill wirkt vor allem auf die Hüftrotation. Wer die Hüfte beim Übergang zu spät dreht, schwingt zwangsläufig flacher und trifft das Handtuch. Korrekt: Die Hüfte rotiert schon, während der Schläger noch oben ist, Sequenzierung von unten nach oben (Hüfte, Brust, Arme, Schläger).

Trainiere zehn Schläge ohne Ball mit dem 7er-Eisen, dann zehn Schläge mit Ball. Achte beim Finish darauf, dass dein gesamtes Körpergewicht auf dem vorderen Fuß steht und der Hinterfuß nur noch mit der Schuhspitze den Boden berührt. Das ist die Position einer korrekten Gewichtsverteilung von 90:10 nach vorne.

Drill 3: Linke-Hand-nur-Schwung

Nimm den Schläger nur mit der linken Hand (für Rechtshänder), die rechte Hand bleibt am Körper. Schlage halbe Schwünge mit einem Pitching Wedge (50-52° Loft) auf einen Ball aus zehn Metern Distanz. Das Drill stärkt die führende Hand und verhindert Casting im Abschwung.

Wer rechts dominant ist, casted automatisch, die rechte Hand „wirft" den Schläger zu früh auf den Ball, der Loft öffnet sich und der Tiefpunkt rutscht zurück. Mit nur linker Hand wird dieser Fehler unmöglich, weil die rechte Hand fehlt, um den Schläger zu beschleunigen.

Fat shots vermeiden 5 drills gegen zu dicke treffer: helpful reference illustration
Fat shots vermeiden 5 drills gegen zu dicke treffer

15 Schläge pro Session sind das Maximum, sonst überlastest du das linke Handgelenk und die Schulter. Nach drei Wochen Training mit diesem Drill (zweimal pro Woche) berichten Hobby-Golfer typischerweise 30-40% weniger Fat Shots im normalen Spiel. Bei TaylorMade- oder Callaway-Wedges mit 50-52° Loft (€150-200 pro Stück) funktioniert das besonders gut.

DrillFokusSchlägerBälle/Session
Münze hinterm BallTiefpunkt8er-Eisen15-20
Towel DrillSteilerer Abschwung7er-Eisen10+10
Linke Hand nurAnti-CastingPW (50-52°)15
Step DrillGewichtsverlagerung9er-Eisen10
Ball vor dem FußStance-Position5er-Eisen15

Drill 4: Step Drill von Tiger Woods

Stelle dich mit beiden Füßen direkt nebeneinander hin, Ball vor dem rechten Fuß. Beim Abschwung machst du einen aktiven Schritt mit dem linken Fuß nach vorne, gleichzeitig mit der Rotation der Hüfte. Das simuliert exakt die Gewichtsverlagerung, die du beim normalen Schwung verpasst.

Das Drill stammt aus dem Repertoire von Tiger Woods und vielen PGA-Trainern und wird oft als „Sam Snead Drill" bezeichnet. Es zwingt dich physikalisch zur korrekten Sequenz: Wenn du den Schritt zu spät machst, kommst du nicht durch den Ball. Wenn du zu früh schreitest, verlierst du die Achse.

Beginne mit 9er-Eisen und halben Schwüngen aus 50 Metern Entfernung. Sobald die Bewegung flüssig ist, steigere auf volle Schwünge. Zehn Wiederholungen pro Session reichen, das Drill ist sehr intensiv für die Beinmuskulatur, mehr wird kontraproduktiv.

⚠️ Häufiger Fehler: Viele Spieler versuchen, Fat Shots durch eine offenere Schlägerfläche oder mehr Loft zu kompensieren. Das verschlimmert das Problem, der Tiefpunkt bleibt falsch, nur fliegt der Ball jetzt noch kürzer und mit zu viel Spin (über 10.000 rpm beim 7er-Eisen statt 6.500-7.500 rpm).

Drill 5: Ball-Position-Reset mit dem 5er-Eisen

Bei langen Eisen wie 4er- oder 5er-Eisen (Loft 22-26°) liegt der Ball oft falsch in der Stance, zu weit hinten, was den Tiefpunkt automatisch hinter den Ball verschiebt. Setze den Ball für lange Eisen exakt zwei Ballbreiten hinter die Innenseite des vorderen Fußes, nicht weiter nach hinten.

Mit dieser Ball-Position erzwingst du einen flacheren, sweependen Schwung statt eines steilen Abwärtsschlags. Der Tiefpunkt liegt automatisch unter oder kurz hinter dem Ball, was den Sweet Spot beim langen Eisen treffen lässt. Mizuno- und PING-Eisen mit Cavity-Back-Design verzeihen leichte Tiefpunktverschiebungen besser als Blade-Eisen.

Trainiere 15 Bälle mit dem 5er-Eisen aus dieser Position. Verfolge mit einem Launch Monitor wie Garmin Approach R10, ob der Carry zwischen 160-180 Metern stabilisiert wird. Bei korrekter Ball-Position sollte die Streuung deutlich abnehmen, von typisch ±15 Metern auf ±8 Meter.

Trainingsplan: Vier Wochen zur Verbesserung

Wer alle fünf Drills in einer Session abarbeitet, ermüdet schnell und verliert Konzentration. Besser: Jede Session zwei Drills à 15-20 Bälle, das sind 30-40 fokussierte Schläge plus 20 normale Schläge zur Integration. Insgesamt 60 Bälle pro Trainingseinheit.

Trainings-Rhythmus für vier Wochen: Woche 1 mit Drill 1 und 2 (Tiefpunkt + Hüfte), Woche 2 mit Drill 3 und 4 (Hände + Gewichtsverlagerung), Woche 3 mit Drill 5 und Wiederholung von Drill 1 (Ball-Position + Tiefpunkt-Refresh), Woche 4 nur noch Münzdrill plus normales Range-Training.

  1. Woche 1: Münze + Towel Drill, 2 Sessions à 60 Bälle
  2. Woche 2: Linke-Hand + Step Drill, 2 Sessions à 60 Bälle
  3. Woche 3: Ball-Position-Reset + Münze (Refresh), 2 Sessions
  4. Woche 4: Münze + freies Spiel, integriere alles bei Course-Play
  5. Erfolgskontrolle: Smartphone-Video alle 4 Wochen, vergleiche Attack-Angle

Worauf es ankommt: Geduld und Daten

Fat Shots verschwinden nicht durch einen einzigen Tipp oder ein Wundermittel. Sie sind das Symptom mehrerer kleiner Fehler, die zusammenwirken. Die fünf Drills decken alle Hauptursachen ab, Tiefpunkt, Hüftrotation, Casting, Gewichtsverlagerung und Ball-Position.

Realistischer Erwartungswert nach vier Wochen Training: 60-70% weniger Fat Shots im normalen Spiel, plus 8-12 Meter Distanzgewinn beim 7er-Eisen durch besseren Smash-Factor (1.30 statt 1.20). Bei Handicap 18-25 entspricht das rund zwei Strokes Verbesserung pro Runde, vergleichbar mit einem €500-Driver-Upgrade von Callaway oder TaylorMade.

Wichtigste Regel: Ändere nicht alles auf einmal. Wer parallel an Tiefpunkt, Griff und Hüfte arbeitet, verbessert nichts und produziert neue Fehler. Ein Drill, drei Wochen, dann nächstes, das ist die nachhaltige Trainings-Methode bei jedem Handicap.

Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 26. August 2026.

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