Golfplätze auf Mallorca: Die 10 schönsten Anlagen
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Die meisten Golfanlagen Mallorcas liegen im Südwesten der Insel, im Dreieck zwischen Palma, Calvià und Santa Ponça. Von dort erreichst du mehrere Plätze in einer halben Autostunde, während du für die Anlagen im Nordosten rund um Capdepera und Son Servera gut anderthalb Stunden Fahrt einplanen musst. Wer diese Geografie beim Buchen ignoriert, verbringt die Hälfte seines Golfurlaubs auf der Ma-15.
Was Mallorca von deinem Heimatplatz unterscheidet
Der erste Unterschied liegt unter den Füßen. Viele Fairways sind mit Bermudagras bepflanzt, das im Sommer dicht und kurz wächst und den Ball deutlich fester auflegt als eine mitteleuropäische Rasenmischung. Der Schläger gleitet weniger, ein leicht fetter Treffer wird härter bestraft, und der Ball rollt nach der Landung spürbar weiter als zu Hause.
Der zweite Unterschied ist die Topografie. Etliche Plätze wurden in bestehende Olivenhaine und Terrassenlandschaften gebaut, statt den Hang zu planieren. Das bedeutet Schrägstände auf halbem Fairway, Grüns über Kimme und Blindschläge über Kuppen. Wer gewohnt ist, aus der Ebene zu spielen, verliert hier mehr Schläge durch Hanglagen als durch Technikfehler.

Der dritte Unterschied ist die Vegetation neben der Bahn. Macchia, Pinien und Steineichen verhalten sich anders als weiches Rough: Sie schlucken den Ball endgültig. Auf Mallorca ist der sichere Weg fast immer der bessere, auch wenn er zwei Schläger kürzer ausfällt. Ein gespielter Provisorischer kostet mehr Zeit und mehr Schläge als ein defensiver Abschlag mit dem Hybrid.
Die zehn Anlagen, die eine Anreise rechtfertigen
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Son Gual östlich von Palma ist der ambitionierteste Platz der Insel, breit angelegt, mit langen Par 4 und weitläufigen Bunkerfeldern. Von den vorderen Abschlägen bleibt er auch für höhere Handicaps spielbar, von hinten wird er zum Prüfstein. Arabella Son Quint gehört zum Golfdreieck oberhalb von Palma und gilt als der zugänglichste der drei Arabella-Plätze, mit weiten Landezonen und wenig Zwangsschlägen.
Son Muntaner liegt direkt daneben und ist der Charakterstärkste im Verbund, mit altem Baumbestand und einem der bekanntesten Olivenbäume der Insel mitten in der Anlage. Real Golf de Bendinat ist kürzer, dafür kleinteilig und kurvig, ein Platz für Spieler, die lieber platzieren als schlagen. T Golf Poniente bei Magaluf ist offener und windanfälliger, hier entscheidet sich die Runde am Umgang mit der Brise.
Im Nordosten prägt Capdepera Golf mit weiten, hügeligen Bahnen das Bild, Son Servera ist deutlich kürzer und von altem Baumbestand durchzogen, eine der ältesten Anlagen der Insel. Pula Golf in derselben Region hat mehrfach Profiturniere ausgerichtet und fordert vor allem beim Eisenspiel ins Grün. Pollença Golf im Norden ist der kompakteste der genannten Plätze und für Spieler mit hohem Handicap der entspannteste Einstieg. Son Termes schließlich liegt am Rand der Serra de Tramuntana, deutlich höher als die Küstenplätze und entsprechend hügelig.
Die zehn Anlagen im Vergleich
| Anlage | Par / Länge | Region | Charakter |
|---|---|---|---|
| Son Gual | Par 72 / 6.289 m | Östlich Palma | Lang, breit, anspruchsvolle Grüns |
| Arabella Son Quint | Par 72 / 6.037 m | Palma, Son Vida | Weite Landezonen, gut spielbar |
| Real Golf de Bendinat | Par 69 / 4.952 m | Calvià | Kurz, kurvig, Platzierung vor Länge |
| T Golf Poniente | Par 72 / 6.141 m | Magaluf | Offen, windexponiert, viel Wasser |
| Son Muntaner | Par 72 / 6.238 m | Palma, Son Vida | Alter Baumbestand, welliges Gelände |
| Capdepera Golf | Par 73 / 5.789 m | Nordosten | Hügelig, weite Bahnen, Buggy sinnvoll |
| Son Servera | Par 72 / 5.616 m | Nordosten | Kurz, baumreich, traditionell |
| Pollença Golf | Par 70 / 5.360 m | Norden | Kompakt, gute Wahl für hohe Handicaps |
| Son Termes | Par 71 / 5.770 m | Bunyola, Tramuntana-Rand | Höhenlage, starke Steigungen |
| Pula Golf | Par 70 / 5.443 m | Son Servera | Turniererprobt, fordernde Annäherungen |
Vier Planungsfehler, die jede Golfreise teuer machen
| Fehler | Folge auf der Insel | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Plätze quer über die Insel gebucht | Zwei bis drei Stunden Fahrt pro Spieltag | Pro Reise eine Region wählen, Standort danach buchen |
| Vier Runden an vier Tagen hintereinander | Ab Tag drei bricht die Schlagqualität ein | Ruhetag einbauen, 9-Loch-Runde als Zwischenlösung |
| Startzeit mittags im Hochsommer | Hitze auf offenen Bahnen, Konzentration lässt nach | Frühstart am Morgen oder späte Runde am Nachmittag |
| Ohne Buggy auf einem Höhenplatz gebucht | Mehrere hundert Höhenmeter zu Fuß über 18 Loch | Buggy bei hügeligen Anlagen gleich mitreservieren |
Wie du dich zu Hause auf mallorquinische Bedingungen vorbereitest
Die beste Vorbereitung ist das Schlagen aus Hanglagen, weil sie auf der Insel häufiger vorkommt als auf den meisten deutschen Plätzen. Suche dir auf der Übungswiese eine Böschung und spiele je zehn Bälle mit Ball über den Füßen, Ball unter den Füßen, Aufwärts- und Abwärtslage. Merke dir für jede Lage die Flugrichtung: Ball über den Füßen zieht nach links, Ball unter den Füßen nach rechts, jeweils für Rechtshänder.

Zweitens trainierst du den flachen Ballflug. Gegen die Brise auf Mallorca hilft ein hoher Ball wenig. Gefragt ist der Punch: Ball einen halben Schuh weiter hinten im Stand, Hände klar voraus, Rückschwung nur bis Schulterhöhe, Finish bewusst kurz. Mit dem 7er-Eisen geübt, hast du auf der Insel einen Schlag, den die meisten Urlaubsgolfer nicht im Repertoire haben.
Drittens geht es um den Ausrollweg. Auf harten Fairways landet ein Ball nicht dort, wo er liegen bleibt. Übe deshalb mit einem konkreten Landepunkt statt mit einem Ziel, und spiele bei den Annäherungen bewusst die vordere Grünhälfte an. Wer in Mitteleuropa gewohnt ist, direkt auf die Fahne zu zielen, findet sich auf mallorquinischen Grüns regelmäßig hinter der Fahne im Bunker wieder.
Platzstrategie: Wind, Kanten und Grüns lesen
Der Wind ist auf Mallorca eine ständige Variable. Auffrischende Nordströmung aus der Tramuntana verändert die effektive Tragweite deutlich, und zwar in beide Richtungen. Kalkuliere bei Gegenwind mindestens einen Schläger mehr und schwinge dabei ruhiger, nicht härter, denn ein höherer Ball wird vom Wind stärker gebremst. Bei Seitenwind zielst du in Windrichtung neben die Fahne und lässt den Ball zurücktreiben, statt gegen die Drift anzuspielen.
Auf den hängigen Plätzen lohnt sich ein Blick auf die Umgebung, bevor du ein Grün liest. Viele mallorquinische Grüns fallen in Richtung des tiefsten Punkts der Landschaft ab, oft zum Meer oder zum Tal hin, auch wenn das Auge auf der Fläche etwas anderes vermutet. Wenn dein Blick auf der Grünfläche unsicher ist, entscheidet die Großform des Geländes.

Die dritte Regel betrifft die Bahnen mit Blindschlag. Nimm dir die Sekunden, um die Richtungsstange wirklich einzuordnen, und lege dir ein Zwischenziel wenige Meter vor dem Ball auf die Linie. Auf Bahnen, die über eine Kuppe führen, verlieren Gäste regelmäßig Bälle, weil sie sich am optischen Eindruck statt an der Stange ausrichten.
Saison, Buchung und Ausrüstung
Die angenehmste Spielzeit liegt im Frühjahr und im Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind und die Plätze in bestem Zustand stehen. Der Hochsommer ist spielbar, verlangt aber eine frühe Startzeit und deutlich mehr Wasser im Bag. Im Winter bleibt die Insel grün und bespielbar, hier können allerdings Regenphasen und deutlich weichere Fairways dazukommen.
Tee-Times buchst du in der Hauptsaison am besten über die Website der Anlage und mit klarem zeitlichem Vorlauf, besonders für die bekannten Plätze rund um Palma. Späte Startzeiten am Nachmittag sind auf vielen Anlagen günstiger als die Vormittagszeiten, dafür brauchst du im Herbst ein Auge auf den Sonnenuntergang, sonst bleiben die letzten Bahnen ungespielt.
Beim Gepäck stellt sich die Frage nach eigenem Bag oder Leihsatz. Das eigene Material spielt sich vertrauter, kostet aber Sperrgepäckgebühr und Transportrisiko. Ein Leihsatz spart den Aufwand, weicht aber in Schaftlänge und Loft von deinen gewohnten Distanzen ab. Wer leiht, sollte mindestens die eigenen Wedges und den Putter mitnehmen, denn dort ist das Gefühl am schwersten zu ersetzen.
Checkliste: Mallorca-Golfreise planen
- ☐ Handicap-Nachweis digital oder als Karte griffbereit
- ☐ Alle Plätze einer Reise in derselben Region gewählt
- ☐ Tee-Times mit Vorlauf über die Anlage gebucht, nicht spontan vor Ort
- ☐ Buggy bei hügeligen Anlagen gleich mitreserviert
- ☐ Windvorhersage für den Spieltag geprüft und Schlägerwahl angepasst
- ☐ Ruhetag oder 9-Loch-Runde zwischen die vollen Runden gelegt
- ☐ Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser im Bag
Empfehlung: Diese drei Anlagen passen für eine erste Mallorca-Woche
Wer zum ersten Mal auf der Insel spielt und die Runden genießen statt überstehen will, kombiniert am besten einen kurzen, einen mittleren und einen großen Platz im Südwesten. Real Golf de Bendinat ist der ideale Einstieg, weil die Bahnen kurz sind und die Runde vom Fahrzeug bis zum Abschlag unkompliziert abläuft. Arabella Son Quint hebt danach den Anspruch, ohne mit Zwangsschlägen zu strafen. Son Gual bildet den Abschluss für den Tag, an dem du ausgeruht bist und den Platz sehen willst, für den die Insel bekannt ist.
Planst du die Reise in den Nordosten, funktioniert dieselbe Staffelung mit Son Servera als kurzem Einstieg, Capdepera Golf als weitläufigerem Hauptplatz und Pula Golf als sportlichem Höhepunkt. In beiden Varianten gilt dieselbe Reihenfolge: erst ankommen, dann fordern. Und notiere dir nach jeder Runde nur eine Zahl, nämlich wie oft dich ein Fehlschlag in die Macchia gebracht hat. Sinkt diese Zahl von Runde zu Runde, hast du die Insel verstanden.
Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 17. Oktober 2026.
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