Kurzes Spiel üben: Die 5 besten Drills für unter 50 Meter
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Wenn du dein Golfspiel auf das nächste Level bringen willst, kommst du am Thema Kurzes Spiel üben nicht vorbei. Es ist einer jener Bereiche, die viele Golfer unterschätzen, dabei steckt hier enormes Potenzial für niedrigere Scores. Die folgenden Abschnitte liefern dir konkrete Techniken, Übungen und Zusammenhänge, die du direkt auf dem Platz umsetzen kannst.
Grundlagen und Ausgangslage
Bevor du an Details arbeitest, muss die Basis stimmen. Beim Thema Kurzes Spiel üben bedeutet das zunächst: Verstehe, was genau passiert und warum. Viele Golfer arbeiten an Symptomen, statt die Ursache zu finden. Das führt zu Frustration und inkonsistenten Ergebnissen.
Die wichtigste Grundlage ist eine neutrale Griffhaltung. Dein linker Handrücken (als Rechtshänder) zeigt zum Ziel, der Griff liegt in den Fingern, nicht in der Handfläche. Überprüfe das vor jeder Übungseinheit. Ein verdrehter Griff kompensiert sich durch den gesamten Schwung und macht alle weiteren Korrekturen wirkungslos.

Das Setup bestimmt 80 % des Schwungergebnisses. Schulterbreiter Stand, leicht gebeugte Knie, Gewicht auf den Fußballen, das klingt simpel, aber schon kleine Abweichungen verändern die Schwungbahn spürbar. Lass deinen Stand regelmäßig von einem Spielpartner oder per Video kontrollieren.
Technik im Detail
Der Schwung beginnt mit dem Takeaway. Führe den Schläger in den ersten 30 cm gerade nach hinten, ohne die Handgelenke zu knicken. Stelle dir vor, du schiebst den Schlägerkopf mit der rechten Hand vom Ball weg. Diese Bewegung setzt die korrekte Schwungebene fest.
Am höchsten Punkt des Rückschwungs sollte die linke Schulter unter dem Kinn sein. Das Gewicht hat sich auf den rechten Fuß verlagert, etwa 70-80 % auf der rechten Seite. Die Hüfte ist dabei nur halb so weit gedreht wie die Schultern. Diese Differenz erzeugt die Spannung, die im Abschwung Geschwindigkeit freisetzt.

Der Abschwung startet von unten: erst die Hüfte, dann der Oberkörper, zuletzt die Arme und Hände. Viele Amateure starten den Abschwung mit den Armen, das kostet Weite und Präzision. Du trittst mit dem linken Fuß auf eine Zigarette. Diese kleine Gewichtsverlagerung leitet die Hüftrotation ein.
Im Treffmoment sind die Hände vor dem Schlägerkopf, das sogenannte Forward Lean. Bei einem Eisen 7 beträgt dieser Vorsprung etwa 3-4 Grad Schaftneigung nach vorn. Das komprimiert den Ball, erzeugt Backspin und führt zu einem sauberen, knackigen Kontakt.
Typische Fehler und Korrekturen
| Fehler | Ursache | Korrektur |
|---|---|---|
| Slice (Ball dreht nach rechts) | Offene Schlagfläche, Außen-Innen-Schwungbahn | Griff verstärken, Schwungbahn von innen üben |
| Hook (Ball dreht nach links) | Geschlossene Schlagfläche, übermäßige Handaktion | Griff abschwächen, Körperrotation betonen |
| Topping (Ball wird oben getroffen) | Aufstehen im Abschwung, Gewicht bleibt hinten | Kopf unten halten, Gewichtsverlagerung üben |
| Fetten (Boden vor dem Ball) | Tiefster Punkt zu weit hinter dem Ball | Ball-Position prüfen, Forward Lean üben |
Übungen für die Driving Range
Die 9-zu-3-Übung ist Gold wert: Schwinge den Schläger nur von der 9-Uhr- bis zur 3-Uhr-Position (Hüfthöhe zu Hüfthöhe). Konzentriere dich auf sauberen Kontakt und eine quadratische Schlagfläche. 50 Bälle in diesem Modus verbessern dein Ballgefühl mehr als 200 volle Schwünge.
Übe mit Alignment Sticks. Lege einen parallel zu deiner Ziellinie, einen entlang deiner Fußlinie. Das gibt dir sofortiges visuelles Feedback über dein Setup. Viele Golfer stehen unbewusst 10-15 Grad nach rechts versetzt, das kompensiert sich in einem Over-the-Top-Schwung.

Für das Kurzspiel: Übe Chip-Shots mit nur einem Schläger (z. B. einem Pitching Wedge) auf verschiedene Distanzen. Variiere die Schwunglänge, nicht den Schläger. Das schärft dein Gefühl für Distanzkontrolle enorm.
Auf dem Platz umsetzen
Der Transfer von der Range auf den Platz ist die größte Herausforderung. Auf der Range gibt es keine Konsequenzen, auf dem Platz schon. Deshalb ist Kursmanagement genauso wichtig wie Technik.
Spiele smart: Wenn du zwischen zwei Schlägern schwankst, nimm den längeren und schwinge entspannt. Ein kontrollierter 80-%-Schwung mit einem Eisen 6 ist präziser als ein voller Schwung mit dem Eisen 7. Weniger Kraftaufwand bedeutet mehr Kontrolle über die Schlagfläche.
Analysiere deine Runden im Nachhinein. Notiere für jede Bahn: Fairway getroffen (ja/nein), Grün in Regulation (ja/nein), Anzahl Putts. Nach 5-10 Runden siehst du klar, wo dein Spiel die größten Lücken hat. Dort setzt du im Training an.

Ausrüstung und Material
Die richtige Ausrüstung macht einen messbaren Unterschied, aber nicht in der Art, wie die Werbung suggeriert. Ein Custom-Fitting für Schläger bringt dem durchschnittlichen Golfer 3-7 Schläge pro Runde. Dabei geht es nicht um teure Marken, sondern um die korrekte Schaftlänge, den richtigen Flex (Steifigkeit) und den passenden Lie-Winkel.
Beim Schaft unterscheidet man grob: Regular für Schwunggeschwindigkeiten unter 140 km/h, Stiff für 140-160 km/h, Extra Stiff darüber. Ein zu weicher Schaft führt zu Hooks, ein zu steifer zu Slices. Lass dich auf einem Launch Monitor vermessen, viele Pro Shops bieten das kostenlos an.
Bälle machen ebenfalls einen Unterschied. Hochkomprimierte Tour-Bälle (Kompression 90+) brauchen Schwunggeschwindigkeit, um zu funktionieren. Spielst du unter 150 km/h Schlägerkopfgeschwindigkeit, profitierst du von einem weicheren Ball mit Kompression 60-80. Der fliegt genauso weit und bietet mehr Spin ums Grün.
Dein Handschuh sollte eng sitzen wie eine zweite Haut. Zu locker bedeutet weniger Kontrolle und Blasen. Zu eng schränkt die Durchblutung ein. Wechsle den Handschuh regelmäßig, ein abgenutzter Handschuh verliert seinen Grip und verändert unbewusst deinen Griffdruck.
Drills unter 50 Meter: Messbare Fortschritte in 6 Trainingseinheiten
Auf der PGA Tour landet der durchschnittliche Spieler 68 % der Grüns in Regulation — Amateur-Golfer mit Handicap 20–28 schaffen nur rund 20 %. Das bedeutet: Mindestens 8 von 10 Löchern beginnt die entscheidende Scoring-Phase unter 50 Metern. Wer dort 1,5 statt 2,5 Schläge braucht, spart pro Runde rund 10 Schläge — das entspricht knapp 5 Handicap-Punkten.
Die 5 wirkungsvollsten Drills für unter 50 Meter lassen sich direkt auf der Kurzspiel-Area oder mit wenigen Metern Abstand auf der Range umsetzen. Entscheidend ist die Kombination aus Distanzkontrolle, Auftreffpunkt und Spin-Kontrolle — alle drei Faktoren zusammen bestimmen, wie nah du am Loch bleibst.
Die 5 Drills im Vergleich: Aufwand vs. Wirkung
| Drill | Distanzbereich | Zielschläger | Trainingsaufwand | HCP-Wirkung |
|---|---|---|---|---|
| 9-Uhr-Drill | 25–35 m | 56° Wedge | 20 Bälle / Einheit | ★★★★★ |
| Handtuch-Drill | 10–20 m | 58–60° Lob-Wedge | 15 Bälle / Einheit | ★★★★☆ |
| Gate-Drill (Putting) | 3–6 m | Putter | 30 Putts / Einheit | ★★★★☆ |
| Bump-and-Run-Drill | 15–30 m | 7-Eisen / PW | 20 Bälle / Einheit | ★★★★☆ |
| Kreis-Drill (Chip-Genauigkeit) | 8–15 m | PW / 52° Wedge | 25 Bälle / Einheit | ★★★☆☆ |
Der Kreis-Drill funktioniert so: Lege 6 Tees in einem 1-Meter-Radius um das Loch. Dein Ziel ist es, 4 von 6 Chips innerhalb des Kreises zu landen. Diese Messmethode zeigt sofort, ob du Konsistenz oder Distanzkontrolle als Problem hast. Beim 9-Uhr-Drill ist das Tempo das entscheidende Element — nicht die Kraft. Durch-Durchschwingen dauert exakt so lange wie der Rückschwung, Verhältnis 1:1.
Für den Bump-and-Run-Drill nimmst du ein 7-Eisen oder Pitching Wedge und chipst den Ball mit einem Putting-ähnlichen Bewegungsablauf auf das Grün. Keine Handgelenkbewegung, die Hände führen den Schläger. Das Ziel: Ball landet 3 Meter auf dem Grün und rollt den Rest. Diese Variante ist bei festen Fairways im Sommer die sicherste Alternative zu hochfliegenden Pitches und gehört zum Standardrepertoire von Spielern unter HC 20.
Checkliste: Kurzspiel-Drill-Session (45 Minuten)
- ☐ 5 Minuten Warm-up: 10 Putts auf 1,5 m (Gate-Drill vorbereiten)
- ☐ 10 Minuten Gate-Drill: 30 Putts durch 2 Tee-Tore (Breite = Schlägerkopf + 2 cm)
- ☐ 10 Minuten 9-Uhr-Drill: 20 Bälle mit 56° auf Zielmarkierung 30 m
- ☐ 10 Minuten Bump-and-Run: 20 Bälle mit 7-Eisen, Landepunkt 3 m aufs Grün
- ☐ 10 Minuten Kreis-Drill: 25 Chips, Ziel 4 von 6 im 1-m-Radius
- ☐ 5 Minuten Auswertung: Erfolgsquote notieren, schwächsten Bereich für nächste Einheit priorisieren
Empfehlung: So strukturierst du dein Kurzspiel-Training in 4 Wochen
Starte mit drei fokussierten Übungseinheiten pro Woche: eine Session für den vollen Schwung mit dem Fokus auf Setup und Takeaway, eine für das Kurzspiel (Chips und Pitches unter 50 Meter), und eine Runde auf dem Platz mit bewusstem Kursmanagement. Führe nach jeder Runde dein Statistik-Protokoll. Nach vier Wochen hast du genug Daten, um gezielt an deiner größten Schwäche zu arbeiten, und genau dort liegen die schnellsten Score-Verbesserungen.
Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 18. Mai 2026.
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