Kurzes Spiel üben: Die 5 besten Drills für unter 50 Meter
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Etwa zwei Drittel aller Schläge einer Runde fallen innerhalb der letzten 50 Meter zum Loch, wenn man Putts mitzählt. Genau dieser Bereich bekommt im Training der meisten Clubspieler den kleinsten Anteil, weil die Driving Range bequemer erreichbar ist als die Kurzspiel-Anlage. Die fünf Drills auf dieser Seite decken die Distanzen von 3 bis 50 Meter ab und lassen sich in einer Einheit von 45 Minuten vollständig durchlaufen.
Warum Distanzkontrolle vor Technik kommt
Unter 50 Metern entscheidet selten die Schlagform über das Ergebnis, sondern die Streuung in der Länge. Ein Pitch, der auf der Linie liegt, aber acht Meter zu weit fliegt, ist genauso ein verlorener Schlag wie einer, der seitlich danebengeht. Deshalb messen alle folgenden Drills in erster Linie Länge, nicht Schönheit der Bewegung.
Die Grundlage dafür ist eine feste Beziehung zwischen Schwunglänge und Carry-Distanz. Solange du die Länge über Kraftdosierung regelst, schwankt sie mit deiner Tagesform und mit dem Druck auf dem Platz. Regelst du sie über die Rückschwunglänge bei gleichbleibendem Tempo, bekommst du reproduzierbare Werte, die du dir merken kannst.

Der zweite Baustein ist der Auftreffpunkt. Beim Pitch und beim Chip soll der Schläger den Ball zuerst und den Boden danach treffen. Beginnt dein Divot vor dem Ball, verlierst du Energie im Boden, und die Distanz schwankt von Schlag zu Schlag um mehrere Meter, egal wie sauber deine Schwunglänge stimmt.
Drill 1: Das 9-Uhr-Wedge für die Standarddistanz
Stoppe den Rückschwung, sobald dein linker Unterarm parallel zum Boden steht, das entspricht der 9-Uhr-Position einer Uhr von vorn betrachtet. Der Durchschwung geht spiegelbildlich auf 3 Uhr. Tempo bleibt gleichmäßig, das Verhältnis von Rück- zu Durchschwung liegt bei etwa 1:1. Schlage 20 Bälle in Folge und markiere den Landepunkt jedes einzelnen mit einem Tee.
Die Streuung der Tees ist deine eigentliche Kennzahl. Liegen alle 20 innerhalb von fünf Metern in der Länge, hast du eine verlässliche Distanz, auf die du dich auf dem Platz verlassen kannst. Liegt die Streuung darüber, arbeite am Tempo, nicht an der Schwunglänge. Fast immer ist ungleichmäßiges Tempo die Ursache.

Drill 2: Handtuch-Drill für den kontrollierten Lob
Lege ein Handtuch etwa 30 cm hinter den Ball auf den Boden. Jeder Schlag, bei dem der Schläger das Handtuch berührt, war zu flach angesetzt, du hättest hinter dem Ball in den Boden geschlagen. Spiele 15 Bälle mit dem 58- oder 60-Grad-Wedge auf ein Ziel in 15 Metern Entfernung. Ziel sind 12 saubere Schläge ohne Handtuchkontakt.
Das Handtuch erzwingt einen etwas steileren Eintreffwinkel und ein Gewicht, das im Treffmoment auf dem vorderen Fuß bleibt. Genau diese beiden Punkte fehlen bei den meisten fetten Pitches. Der Drill gibt sofortiges Feedback, du musst niemanden fragen, ob die Bewegung stimmte.
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Die fünf Drills im Überblick: Distanz, Schläger, Aufwand
| Drill | Distanzbereich | Schläger | Umfang je Einheit | Erfolgsmaß |
|---|---|---|---|---|
| 9-Uhr-Wedge | 25 bis 35 m | 56 Grad | 20 Bälle | Längsstreuung unter 5 m |
| Handtuch-Drill | 10 bis 20 m | 58 bis 60 Grad | 15 Bälle | 12 von 15 ohne Bodenkontakt davor |
| Tor-Drill am Putter | 3 bis 6 m | Putter | 30 Putts | 25 von 30 ohne Tee-Berührung |
| Bump and Run | 15 bis 30 m | 7er-Eisen oder Pitching Wedge | 20 Bälle | Landepunkt 3 m aufs Grün getroffen |
| Kreis-Drill | 8 bis 15 m | Pitching oder 52 Grad | 25 Chips | 4 von 6 im Ein-Meter-Kreis |
Drill 3 bis 5: Tor, Bump and Run, Kreis
Für den Tor-Drill steckst du zwei Tees so in das Grün, dass dein Putterkopf mit etwa zwei Zentimetern Luft hindurchpasst. Putte 30 Bälle aus drei bis sechs Metern durch dieses Tor. Berührt der Putter ein Tee, war deine Schlägerbahn im Treffmoment nicht auf der Linie. Das Tor deckt einen Fehler auf, den du im normalen Putten nie bemerkst, weil einzelne Putts trotzdem fallen können.
Der Bump and Run löst das Problem, dass hochfliegende Pitches auf festen Sommerfairways unnötig riskant sind. Nimm ein 7er-Eisen oder ein Pitching Wedge, greife den Schläger etwas tiefer und spiele die Bewegung wie einen langen Putt, mit ruhigen Handgelenken und Führung aus den Schultern. Der Ball soll drei Meter hinter der Grünkante aufkommen und den Rest rollen. Lege dort ein Handtuch als Landeziel aus und zähle die Treffer.
Beim Kreis-Drill steckst du sechs Tees in einem Radius von einem Meter um das Loch und chippst aus 8 bis 15 Metern. Gezählt wird nicht das Einlochen, sondern wie viele Bälle im Kreis liegen bleiben. Vier von sechs ist ein starker Wert für Spieler mit einstelligem bis mittlerem Handicap. Dieser Drill misst als einziger die Kombination aus Linie und Länge in einer Zahl.

Ein Hinweis zur Reihenfolge innerhalb der Einheit: Beginne immer mit dem Putter und arbeite dich zu den längeren Distanzen vor. Das Putten kalibriert dein Tempogefühl bei minimaler Bewegung, und dieses Gefühl überträgt sich auf Chip und Pitch. Umgekehrt bringt der Pitch nichts für das Putten, weil dort ganz andere Kräfte im Spiel sind. Halte außerdem zwischen den Drills jeweils eine Minute Pause, in der du keinen Ball anfasst, sonst verschwimmen die Bewegungsmuster ineinander und keines wird sauber abgespeichert.
Ablauf einer 45-Minuten-Einheit
Checkliste Kurzspiel-Session
- ☐ 5 Minuten Einrollen: 10 Putts aus 1,5 m ohne Zielzwang
- ☐ 10 Minuten Tor-Drill: 30 Putts aus 3 bis 6 m
- ☐ 10 Minuten 9-Uhr-Wedge: 20 Bälle auf ein Ziel in 30 m
- ☐ 10 Minuten Bump and Run: 20 Bälle, Landeziel 3 m hinter der Grünkante
- ☐ 8 Minuten Kreis-Drill: 25 Chips aus 8 bis 15 m
- ☐ 2 Minuten Protokoll: Erfolgsquoten notieren, schwächsten Drill markieren
Das Protokoll am Ende ist der Teil, den die meisten weglassen, und er ist der wichtigste. Ohne notierte Quoten trainierst du beim nächsten Mal wieder das, was dir Spaß macht, statt das, was fehlt. Zwei Zahlen pro Drill genügen: Versuche und Treffer.
Vom Übungsgrün auf den Platz übertragen
Auf dem Platz hast du selten exakt 30 Meter. Genau deshalb brauchst du die drei gemessenen Schwunglängen: Du wählst die Länge, die knapp unter der benötigten Distanz liegt, und gleichst den Rest über die Schlägerwahl aus, nicht über mehr Kraft. Das ist der Grund, warum ein Set aus mehreren Wedge-Loftstufen im kurzen Spiel mehr bringt als ein einzelnes Allzweck-Wedge.
Zweitens entscheidest du vor jedem Schlag unter 50 Metern bewusst zwischen flach und hoch. Solange nichts zwischen dir und der Fahne liegt, gewinnt fast immer die flache Variante, weil der rollende Ball weniger Fehlerquellen hat als der fliegende. Den hohen Pitch hebst du dir für Bunker, Hindernisse und sehr kurze Fahnenpositionen auf.
Drittens führst du eine einfache Statistik: Zähle pro Runde, wie oft du aus unter 50 Metern mit zwei Schlägen im Loch warst. Diese Quote reagiert auf gezieltes Kurzspiel-Training schneller als jede andere Zahl auf deiner Scorekarte, und sie zeigt dir nach wenigen Runden, ob die Drills wirken.
Was du in den nächsten vier Wochen konkret machst
Plane zwei Kurzspiel-Einheiten pro Woche nach der Checkliste oben und eine Runde auf dem Platz, auf der du die Zwei-Schlag-Quote mitschreibst. Woche eins dient dem Ausmessen deiner drei Schwunglängen, ab Woche zwei läuft die vollständige Session. Nach acht Einheiten hast du für jeden Drill acht Datenpunkte und siehst schwarz auf weiß, welcher Distanzbereich noch hängt. Dort verdoppelst du in Woche vier die Wiederholungen, während du die übrigen Drills nur noch kurz antrainierst.
Veröffentlicht durch die GolfFokus-Redaktion. Veröffentlicht am 18. Mai 2026. Aktualisiert am 4. Oktober 2026.
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