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Chippen und Pitchen: Das kurze Spiel meistern

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Chippen und Pitchen: Das kurze Spiel meistern

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60 % aller Schläge im Golf fallen innerhalb von 50 Metern ums Grün. Trotzdem verbringen die meisten Amateure 80 % ihrer Trainingszeit auf der Driving Range. Das Ergebnis: brauchbare Drives, aber Katastrophen beim Annähern. Drei verpatzte Chips pro Runde kosten schnell sechs Schläge — mehr als jeder Slice. Chippen und Pitchen sind verschiedene Schläge mit unterschiedlicher Technik. Wer beides beherrscht, hat für jede Situation rund ums Grün die richtige Antwort.

Chip vs. Pitch: Der fundamentale Unterschied

Ein Chip fliegt niedrig und rollt viel. Ein Pitch fliegt hoch und stoppt schnell. Die Entscheidung hängt von zwei Faktoren ab: dem Abstand zum Grünrand und dem Abstand vom Grünrand zum Loch.

Schlagtyp Flug:Roll-Verhältnis Typischer Schläger Situation
Chip 1:3 bis 1:5 Eisen 7–9 Nah am Grünrand, Loch weit entfernt
Pitch 2:1 bis 1:1 Sand Wedge, Lob Wedge Weiter vom Grün, Loch nah am Rand
Bump & Run 1:6+ Eisen 6, Hybrid Flaches Grün, viel Platz zum Rollen
💡 Gut zu wissen: Die Faustregel der Pros lautet: Wenn du chippen kannst, chippe. Wenn du nicht chippen kannst, pitche. Der Chip hat weniger Fehlerquellen, weil der Ball weniger Zeit in der Luft verbringt. In der Luft hast du keine Kontrolle — am Boden schon.

Chip-Technik: Weniger ist mehr

Beim Chip reduzierst du alles auf ein Minimum. Der Stand ist schmal, die Füße stehen maximal schulterbreit. Der Ball liegt in der Mitte oder leicht rechts davon. Das Gewicht verteilt sich zu 60 % auf den linken Fuß — und bleibt dort während des gesamten Schlags.

Entscheidend: Die Hände bleiben vor dem Schlägerkopf. Im Treffmoment zeigt der Schaft Richtung linke Hüfte. Dieses sogenannte Forward Press sorgt dafür, dass du den Ball zuerst triffst, dann den Boden — nicht umgekehrt. Triffst du den Boden zuerst, wird der Chip fett und kommt nur halb so weit.

Der Schwung kommt aus den Schultern, genau wie beim Putten. Die Handgelenke bleiben passiv. Stell dir vor, du schiebst den Ball mit dem Puttergriff nach vorne — das ist das Gefühl, das du beim Chip suchst. Kein Ausholen, kein Beschleunigen, kein Flippen.

a man kneeling down to put a golf ball in the hole

Pitch-Technik: Kontrolle über Höhe und Spin

Der Pitch verlangt mehr Dynamik. Hier öffnest du die Schlägerfläche leicht, der Stand ist etwas breiter, und die Handgelenke dürfen im Rückschwung leicht abknicken. Das erzeugt Loft und damit Höhe.

Der kritische Moment ist der Durchschwung. Viele Amateure bremsen im Treffmoment ab — aus Angst, den Ball zu weit zu schlagen. Das führt zu einem Deceleration-Fehler: Der Schläger verlangsamt sich, die Fläche öffnet oder schließt unkontrolliert, das Ergebnis ist unberechenbar.

Die Regel: Immer durchschwingen. Der Durchschwung ist mindestens so lang wie der Rückschwung. Weniger weit schlagen bedeutet weniger Rückschwung — nicht weniger Durchschwung. Stell dir die Uhr vor: Ein kurzer Pitch geht von 8 Uhr zu 4 Uhr. Ein längerer Pitch von 9 Uhr zu 3 Uhr. Immer symmetrisch.

⚠️ Achtung: Öffne die Schlägerfläche VOR dem Griff, nicht danach. Erst die Fläche aufdrehen, dann greifen. Wenn du den Schläger normal greifst und dann die Fläche drehst, kehrt sie beim Schlag in ihre neutrale Position zurück — du gewinnst keinen Loft.

Drill 1: Der Handtuch-Chip für sauberen Kontakt

Lege ein zusammengefaltetes Handtuch 5 cm hinter den Ball. Chippst du sauber, triffst du zuerst den Ball. Triffst du das Handtuch, war dein tiefster Punkt zu weit hinten — ein klassischer fetter Chip. Dieser Drill zwingt dich, die Hände vor dem Schlägerkopf zu halten.

Starte mit 20 Chips mit dem Eisen 9. Ziel: den Ball ohne Handtuch-Kontakt auf den gewünschten Landepunkt zu bringen. Nach 20 erfolgreichen Kontakten wechsle zum Sand Wedge und wiederhole.

A golf ball nears the hole.

Drill 2: Die Drei-Zonen-Übung für Distanzkontrolle

Markiere drei Landezonen auf dem Übungsgrün: eine nahe (3 m), eine mittlere (6 m) und eine weite (10 m). Nimm drei verschiedene Schläger: Eisen 8, Pitching Wedge und Sand Wedge. Deine Aufgabe: Jeden Schläger in jede Zone chippen oder pitchen.

Diese Übung lehrt dich, dass Distanz über Schlägerwahl UND Schwunglänge kontrolliert wird. Ein Chip mit Eisen 8 zur nahen Zone braucht einen winzigen Schwung. Ein Pitch mit Sand Wedge zur weiten Zone braucht einen deutlich größeren. Dein Gehirn lernt die Kombinationen.

Drill 3: Up-and-Down Challenge

Platziere fünf Bälle an verschiedenen Positionen rund ums Übungsgrün — eine im Rough, eine auf engem Fairway, eine bergauf, eine bergab, eine mit Bunker dazwischen. Ziel: Jede Situation mit maximal zwei Schlägen (Chip/Pitch + Putt) lösen.

Zähle deine Erfolgsquote. Tour-Profis schaffen 60 % Up-and-Downs. Wenn du als Amateur auf 30 % kommst, bist du auf dem richtigen Weg. Dieser Drill simuliert reale Spielsituationen besser als jedes monotone Wiederholen desselben Schlags.

✅ Ergebnis: Spieler, die 15 Minuten kurzes Spiel pro Range-Session integrieren, sparen im Schnitt 4–6 Schläge pro Runde innerhalb von vier Wochen. Das kurze Spiel hat den höchsten Return on Investment im gesamten Golftraining.

Die Landepunkt-Strategie: So wählst du den richtigen Schlag

Bevor du schlägst, suche dir immer einen konkreten Landepunkt. Nicht das Loch ist dein Ziel — sondern der Punkt, an dem der Ball landen soll, um dann zum Loch zu rollen. Beim Chip liegt der Landepunkt nah am Grünrand (der Ball rollt den Rest). Beim Pitch liegt er näher am Loch (der Ball stoppt schneller).

Visiere den Landepunkt an, nicht das Loch. Dein Gehirn kalibriert den Schwung auf das visuelle Ziel. Wenn du das Loch anvisierst, wird der Schlag oft zu lang, weil dein Unterbewusstsein die volle Distanz einrechnet statt nur der Flugdistanz.

Fazit: Das kurze Spiel ist der Score-Killer

Drives gewinnen Zuschauer, das kurze Spiel gewinnt Turniere. Investiere mindestens ein Drittel deiner Trainingszeit in Chips, Pitches und Putts. Die Technik ist einfacher als beim vollen Schwung — aber sie erfordert Wiederholung und bewusstes Üben. Wer Chippen, Pitchen und Putten beherrscht, hat das Fundament für konstant gute Scores gelegt. Als nächstes lohnt sich ein Blick auf die Schwunganalyse mit modernen Apps und Tools, um dein gesamtes Spiel datenbasiert zu optimieren.

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